Die Swastika - Das Zeichen der Buddhas
  
Das Europäische Parlament forderte im Jahre 2005 die Kommission auf, auf ein Verbot der Swastika zu verzichten und die Mitgliedstaaten stattdessen dazu aufzurufen, die Menschen über die Geschichte der Swastika als religiöses und Friedenssymbol aufzuklären, sowie beauftragt seinen Präsidenten, diese Erklärung mit den Namen der Unterzeichner den Regierungen aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu übermitteln.
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Hakenkreuze und Bürgerrechte: Interview mit Dan Bern us-amerikanische Liedermacher und Sohn jüdischer Einwanderer

22.08.2003 bloom.de: Einer der kontroversesten Songs auf Deiner "Swastika EP" ist der Song "My Little Swastika". Du forderst darin, dass das Hakenkreuz wieder normal genutzt werden solle, weil es ein chinesisches Symbol sei, lange bevor die Nazis es genutzt hätten.

Heutzutage wird das Hakenkreuz aber mehr mit den Grausamkeiten der Nazis als mit chinesischer Symbolik verbunden. Würde ein solcher Plan nicht fehlschlagen und die schreckliche Bedeutung minimieren?Dan Bern: Die Idee ist, das Hakenkreuz den Schlägern und einfaltslosen Idioten wegzunehmen, die es als schmerzvoller Mechanismus an Wände malen und damit immer noch Leute verletzen. Lenny Bruce, der Comedian, machte sowas früher auch, gehässige Attribute immer und immer wieder zu wiederholen, bis sie bedeutungslos wurden als ein Versuch, ihre Kraft zu beseitigen. Stell dir vor, was es der Psyche von jemandem antun würde, der ein Hakenkreuz an die Wand schmiert und dann lernt, sorry, das bedeutet längst nicht mehr das, was du willst, das es bedeutet. Es steht jetzt für John, Paul, George und Ringo. Er würde seine Kreide nehmen und heimgehen müssen.
bloom.de: Ein Hakenkreuz ist in der Regel illegal in Deutschland und kann dich ins Gefängnis bringen. Glaubst Du, das ist ein angebrachter Weg, damit umzugehen?
Dan Bern: Ich verstehe, dass es Gesetze in Deutschland gibt. Aber diese Gesetze haben keinen Effekt auf die Leute, die an Wände schreiben. Ich denke, um die Art, wie wir denken und mit Dingen umgehen zu transformieren, müssen wir "außerhalb der Box" denken, also anders denken als wir es gewohnt sind. Der Staat versucht, Symbole zu verbieten und Leute einzusperren, um deren Denken zu verändern. Künstler versuchen, genau die Bedeutung von Symbolen zu transformieren, um die Kraft aus den Händen der Arschlöcher zu nehmen. Was wäre, wenn jemand eine hasserfüllte Parole brüllte und er würde ausgelacht und bloßgestellt, so als ob seine Hosen runtergerutscht wären? Er würde sein Verhalten schneller ändern als wenn Du ihn ins Gefängnis wirfst.
bloom.de: Wenn die Benutzung des Hakenkreuzes wieder normal wäre, könnten dann Nazis das Symbol nicht wieder mit der alten, bösen Bedeutung benutzen?
Dan Bern: Na ja, tun sie das nicht jetzt schon? Symbole zu verbieten nimmt ihnen nicht die Kraft, ganz im Gegenteil. Wir reden ja nicht nur darüber, was Leute unter dem Gesetz tun oder nicht und wir reden auch nicht NUR über das Hakenkreuz. Wir reden darüber, das Denken von Menschen zu verändern und Menschen zu BEFÄHIGEN, Hass in etwas anderes umzuwandeln, trotz der Wünsche der Hassenden.
bloom.de: Deine Band nennt sich "International Jewish Banking Conspiracy" (Internationale Jüdische Bankenverschwörung) und in der Biografie auf deiner Webseite wirst Du mit Bob Dylan wegen der "prächtigen semitischen Nase" verglichen. Glaubst du nicht, dass diese spielerische Nutzung von Sterotypen diese wegen der ständigen Wiederholung zementiert?
Dan Bern: Was sollen wir denn machen, Masken tragen, damit wir alle gleich aussehen? Sollen wir uns alle Schönheitsoperationen unterziehen, damit wir alle das gleiche Gesicht haben? Es ist nichts Schlimmes an Zement, solange du sicherstellst, dass du deine Haltungen veränderst, bevor er trocknet. Du kannst keine Angst vor deinem eigenen Schatten haben. Gandhi könnte gesagt haben: "Das wird nie funktionieren", ging und arbeitete als Banker.
bloom.de: In dem Song "Talkin' Al Kaida Blues" vergleichst Du die Terrorattacken auf das World Trade Center mit der Sklaverei, der Verfolgung der Indianer und dem Angriff auf Pearl Harbour. Wie können diese Ereignisse verglichen werden?
Dan Bern: Der Song ist hauptsächlich über die selbstinteressierte Antwort der Regierung auf die Ereignisse des 11. September 2001 und der Gebrauch dieser Ereignisse, um jede Aktion zu rechtfertigen. Erinnerst du dich an den Reichstagbrand? Die Linie, auf die sich deine Frage bezieht, zeigt einfach auf, dass es andere, größere Übel in der amerikanischen Geschichte gab, begangen von Amerikanern, nebenbei bemerkt. Der Song sagt, ja, es war ein wirklich schlimmes Ding, aber lasst uns nicht den ganzen Sinn für Maßstäbe verlieren und die ganze Welt als Antwort in die Luft jagen.
bloom.de: Im selben Song erwähnst du die generelle Angst und die Beschränkungen der Bürgerrechte. Bist du wegen deiner vergleichsweise offenen Texte betroffen?
Dan Bern: Nun, es hat seine Vorteile, ein Untergrundkünstler zu sein. Die Dixie Chicks haben sich für ihre kritische Aussage beim Präsidenten entschuldigen müssen und ihre Alben wurden von Radiostationen verbrannt. Aber damit Radiostationen deren Alben verbrennen können, glaube ich, müssen sie die erst mal gespielt haben. Hey Mann, ich liebe mein Land und ich schätze es, dass Leute aufstehen und protestieren können, ohne dass es in ein "Tien An Men Square"-Massaker mündet. Aber Teil der Verantwortlichkeit, in einer offenen Gesellschaft mit Rechten zu leben, ist aufzustehen und "Scheiße" zu sagen, wenn diese Rechte gefährdet werden. Nixon wäre glücklich gewesen, 10 Millionen Demonstranten einzusperren, wenn er damit davongekommen wäre.
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bloom.de: 1996, auf deinem ersten Album vor sieben Jahren hast du einen Song mit Chris Chandler names "Oklahoma" geschrieben über die Attacke auf das Oklahoma-Gebäude. Du hast gesungen: "Superpatriots are seldom friends of you and me / they're scared and weak and cowards / and they think that with their guns / the ones they're most afraid of will turn around and run" (Superpatrioten sind selten Freunde von mir und dir / sie sind ängstlich, schwach und Idioten / und sie denken, dass durch ihre Waffen / die, vor denen sie am meisten Angst haben, sich umdrehen und rennen werden). Wie gültig, glaubst du, ist das noch?Dan Bern: Ich denke, das ist immer wahr. Patriotismus, Religion, Fanatismus... Das sind die Frömmigkeiten, hinten denen sich Schurken immer verstecken. Ich denke, dass es wahre Liebe für jemandes Land und Leute gibt und auch wahre spirituelle Gefühle. Das wird nicht nur genutzt, um das Töten und Spalten von Leuten zu rechtfertigen. Jemand kann zur Kirche gehen, aber das heißt nicht zwangsläufig, dass er wirklich spirituell ist. Und Fahnenschwenken wird oft statt Denken und Fühlen genutzt.
bloom.de: Im gleichen Song beschreibst Du den Hass gegen Araber nur aufgrund von Verdächtigungen, dass sie etwas mit dem Bombenanschlag zu tun hätten. Genau das Gleiche geschah nach dem 11. September. Ängstigt es dich nicht, wenn deine Geschichte so wahr werden.
Dan Bern: Nein, aber manchmal ist es frustrierend, dass sich Dinge nicht ändern. Vielleicht kommt die Veränderung über einen langen Zeitraum und wir tragen nur unseren kleinen Teil dazu bei. Und dann ändern sich Dinge manchmal sehr schnell und wir haben nichts mehr zu tun außer sie zu übernehmen.
bloom.de: Auf deiner EP "World Cup", die während einer Tournee geschrieben wurde, ist ein Song über die "Reeperbahn". Wie hat es dir in Deutschland gefallen?
Dan Bern: Nun, ich war schon ungefähr 15 mal in Deutschland. Manchmal, um Leute zu besuchen und manchmal, um zu spielen. Also denke ich, mag ich es genug um wiederzukommen. Dieser Platz hat eine Menge Geister und es ist nicht immer einfach sie zu vertreiben. Als ich jünger war, lief ich umher, schaute auf alte Gebäude oder alte Bäume, die offensichtlich schon lange Zeit da waren und dachte: "Die waren dann hier. Leute liefen hier während der Nazi-Zeit lang und sahen diesen Baum, diese Laterne oder dieses Kopfsteinpflaster." Aber es kostet eine Menge Energie, die ganze Zeit so zu denken. Ich kenne eine Menge großartiger Leute in Deutschland und jedes Mal, wenn ich hingehe, habe ich einige wirklich gute Erfahrungen. Aber es ist nie einfach, so wie es wäre, nach Spanien oder Miami zu gehen. Es kommen viele Emotionen hoch.
bloom.de: Was hat dich beeindruckt, erstaunt oder überrascht? Was hast du nicht gemocht?
Dan Bern: Das Erstaunlichste war das Zeitgefühl. Meine Mutter wurde in Bielefeld geboren und lebte dort, bis sie 16 Jahre alt war. Sie und ihre Familie verließen Deutschland einige Monate nach der Reichskristallnacht. Sie hatten offensichtlich Glück. Manchmal fühle ich, dass ich diese Zeiten fast mit meinen Fingern berühren kann und zu anderen Zeiten scheint das unmöglich weit weg. Zu wieder anderen Zeiten ist es einfach wie irgendwo anders zu sein – versuchen, die Straßenrichtungen zu finden, etwas zu essen brauchen, ein gutes Glas Bier haben, eine Unterhaltung. Das mag das seltsamste Ding von allen zu sein – ein Gefühl, dass Dinge zwanglos, normal und alltäglich sind.

bloom.de: Vielen Dank für das Interview.


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