Die Swastika - Das Zeichen der Buddhas
  
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H.P. Blavatsky - DIE SVASTKA - Eine Erklärung

29.02.2004 (Aus: H.P. Blavatsky: Die Geheimlehre, Band II, 619-623, Den Haag)

Es gab eine Zeit, da das östliche Symbol vom Kreuz und Kreis, der Svastika allgemein angenommen war. Bei dem esoterischen, und was dies betrifft, beim exoterischen Buddhisten, dem Chinesen und dem Mongolen bedeutet es die "zehntausend Wahrheiten". Diese Wahrheiten, sagen sie, gehören den Geheimnissen des Unsichtbaren Weltalls und der Ursprünglichen Kosmogonie und Theogonie an.

Seitdem Fohat den Kreis gleich zwei Flammenlinien (horizontal und vertikal) durchkreuzt hat, haben die Gesegneten niemals unterlassen, ihre Vertreter auf die Planeten zu senden, über die zu wachen von Anbeginn an sie bestimmt sind.

Dies ist der Grund, warum der Svastika immer -- so wie es mit dem Henkelkreuz in Ägypten geschah -- auf die Brust der verstorbenen Mystiker gesetzt wird. Er findet sich auf dem Herzen der Bilder und Statuen des Buddha in Tibet und der Mongolei. Er ist das Siegel, das auch auf die Herzen der lebendigen Initiierten gedrückt, und bei einigen für immer in das Fleisch eingebrannt wird. Dies geschieht, weil sie diese Wahrheiten unverletzt und unberührt in ewigem Stillschweigen und Geheimhaltung bis zu dem Tage zu bewahren haben, an dem sie wahrgenommen und gelesen werden von
ihren auserwählten Nachfolgern -- neuen Initiierten -- „würdig, mit den zehntausend Vollkommenheiten ausgestattet zu werden.

" Jetzt ist er jedoch so erniedrigt worden, dass er oft auf den Kopsschmuck der „Götter", der scheusslichen Idole der gotteslästerlichen Bhons -- der Dugpas oder Zauberer der tibetanischen Grenzländer -- gesetzt ist, bis er von einem Gelupka aufgefunden und zugleich mit dem Haupte des „Gottes" abgerissen wird, obwohl es besser wäre, wenn das des Anbeters es wäre, das von seinem sandigen Körper getrennt wird. Trotzdem kann er niemals seine geheimnisvollen Eigenschaften verlieren.
Blicket zurück, und ihr seht ihn ebenso von den Initiierten und Sehern benützt, wie von den Priestern von Troja, denn viele Exemplare desselben sind von Schiemann an der Stelle jener alten Stadt gefunden worden. Man findet ihn bei den alten Peruanern, den Assyrern, Chaldäern, sowie auch auf den Wällen der cyklopischen Gebäude der alten Welt; in den Katakomben der neuen Welt, und in jenen der alten (?), zu Rom, wo er -- weil man annimmt, dass die ersten Christen sich selbst und ihre Religion verborgen haben -- Crux Dissimulata genannt wird.

Nach De Rossi war der Swastika von einer frühen Zeit an eine beliebte Form des Kreuzes, verwendet mit einer occulten Bedeutung, welche zeigt, dass- das Geheimnis nicht jenes des christlichen Kreuzes war. Ein Swastikakreuz in den Katakomben ist das Zeichen einer Inschrift, welche lautet: Vitalis Vitalia,- oder Leben des Lebens. 1).

Aber der beste Beweis für das hohe Alter des Kreuzes ist jener, welcher von dem Verfasser der Natural Genesis selbst vorgebracht wird: Die Wertschätzung des Kreuzes als eines christlichen Symbols datiert augenommenermassen von der Zeit, da Jesus Christus gekreuzigt wurde. Und doch erscheint in der christlichen Ikonographie der Katakomben keine Gestalt eines Menschen auf dem Kreuze während der ersten sechs oder sieben Jahrhunderte. Da sind alle Formen des Kreuzes mit Ausnahme von jenem -- dem angeblichen Ausgangspunkt der neuen Religion. Jenes war nicht die anfängliche, sondern die schliessliche Form des Kruzifixes. 2).

Während etlicher sechs Jahrhunderte nach der christlichen Zeitrechnung ist die Begründung der christlichen Religion auf einem gekreuzigten Erlöser in der christlichen Kunst durchaus nicht vorhanden! Die früheste bekannte Form der menschlichen Gestalt auf dem Kreuze ist das vom Papst Gregor dem Grossen der lombardischen Königin Theodolinde geschenkte Kruzifix, das sich jetzt in der Kirche des St. Johannes zu Monza befindet, während sich in den römischen Katakomben kein Bild des Gekreuzigten früher als jenes von San Giulio findet, welches dem siebenten oder achten Jahrhundert angehört. ... Da ist kein Christus und kein Gekreuzigter; das Kreuz ist der Christus ebenso wie der Stauros (Kreuz) ein Typus und ein Name des Horus, des gnostischen Christus war.

Das Kreuz, nicht der Gekreuzigte, ist das anfängliche Symbol der christlichen Kirche. Das Kreuz, nicht der Gekreuzigte, ist der wesentliche Gegenstand der Darstellung in ihrer Kunst, und der Anbetung in ihrer Religion. Der Keim des ganzen Wachstums und der ganzen Entwicklung kann auf das Kreuz zurückgeführt werden. Und jenes Kreuz ist vorchristlich, ist heidnisch in einem halben Dutzend verschiedener Gestalten. Der Kultus begann mit dem Kreuze, und Julian hatte recht zu sagen, dass er „Krieg führe mit dem X"; was er augenscheinlich so betrachtete, dass es von den A-Gnostikern und Mytholatoren angenommen war, um eine unmögliche Bedeutung auszudrücken. 3).
Jahrhunderte lang stand das Kreuz für den Christus, und wurde angerufen, als ob es ein lebendes Wesen wäre. Es wurde zuerst vergöttlicht, und zuletzt vermenschlicht. 4).

Wenige Weltsymbole sind reicher an wirklicher occulter Bedeutung als der Svastika. Er wird symbolisiert durch die Zahl 6. Gleich jener Zahl deutet er in seiner konkreten Bildersprache, sowie es das Ideogramm der Zahl tut, auf den Zenith und den Nadir, auf Norden, Süden, Westen und Osten; man findet die Einheit überall, und jene Einheit reflektiert in aller und jeder Einheit. Er ist das Emblem der Tätigkeit des Fohat, der beständigen Umdrehung der „Räder", und der Vier Elemente, der „Heiligen Vier", in ihrer mystischen, und nicht allein in ihrer kosmischen Bedeutung; ferner stehen seine vier Arme, die in rechten Winkeln umgebogen sind, wie anderwärts gezeigt, in enger Beziehung zu der pythagoräischen und hermetischen Skala. Jemand, der in die Geheimnisse der Bedeutung des Svastika initiiert ist, sagen die Kommentare, kann auf ihm mit mathematischer Genauigkeit die Entwicklung des Kosmos und die ganze Periode der Sandhyâ verfolgen." Auch „die Beziehung des Sichtbaren zum Unsichtbaren," und „die erste Hervorbringnng des Menschen und der Gattung!"

Für den östlichen Occultisten wird der Baum der Erkenntnis im Paradiese des eigenen Herzens des Menschen zum Baume des ewigen Lebens, und hat nichts mit den tierischen Sinnen des Menschen zu tun. Er ist ein absolutes Geheimnis, das sich nur durch die Anstrengungen des eingekerkerten Manas, des Ego offenbart, sich aus der Knechtschaft der sinnlichen Wahrnehmung zu befreien, und im Lichte der einen ewig gegenwärtigen Wirklichkeit zu sehen. Für den westlichen Kabbalisten, und jetzt noch vielmehr für den oberflächlichen Symbologen, der in der Tod bringenden Atmosphäre der materialistischen Wissenschaft aufgezogen ist, ist die Haupterklärung der Geheimnisse des Kreuzes -- sein sexuelles Element. Selbst der sonst spiritualistische moderne Kommentator beobachtet diese Eigentümlichkeit beim Kreuze und Svastika vor allen ändern.

Das Kreuz wurde in Ägypten als schützender Talisman und als Symbol der rettendenMacht gebraucht. Typhou, oder Satan, findet sich tatsächlich an das Kreuz gekettet, und durch dasselbe gebunden. Im Ritual ruft Osiris aus: „.Der Apophis ist gestürzt, ihre Stricke binden den Süden, Norden, Osten und Westen, ihre Stricke sind über ihm. Har-ru-bah hat ihn veflochten."5). Dies waren die Stricke der vier Himmelsgegenden, oder das Kreuz. Von Thor heisst es, dass er das Haupt der Schlange zerschmettert mit seinem Hammer,... eine Form des Svastika oder vierfüssigen Kreuzes. In den ersten Gräbern von Ägypten hatte das Muster der Kammer die Form eines Kreuzes. 6).
Die Pagode von Mathura . . . dem Geburtsorte des Krishna, wurde in der Form eines Kreuzes erbaut. 7).
Das ist vollkommen, und niemand kann darin jenen „Geschlechtsdienst" wahrnehmen, mit dem die Orientalisten dem Heidentum den Schädel einzuschlagen lieben. Aber was ist es mit den Juden und mit den exoterischen Religionen einiger indischer Sekten, insbesondere mit den Riten der Vallabächâryas? Denn, wie gesagt, der Shivadienst mit seinen Lingam und Yoni steht philosophisch zu hoch, ungeachtet seiner modernen Entartung, um ein einfacher phallischer Dienst genannt zu werden.

Aber der Baum- oder Krenzdienst, 8) der Juden, wie er von ihren eigenen Propheten, gebrandmarkt wurde, kann schwerlich diesem Vorwürfe entgehen. Die „Kinder der Tagewählerin, der Same des Ehebrechers,", 9) wie Jesaja sie nennt, versäumten niemals eine Gelegenheit, „in der Brunst zu den Götzen zu laufen unter alle grünen Bäume 10) --was keine metaphysische Erholung andeutet. Von diesen monotheistischen Juden haben die christlichen Nationen ihre Religionen, ihren „Gott der Götter, den Einen lebendigen Gott" übernommen, während sie die Verehrung der Gottheit der alten Philosophen verachten und verlachen. Mögen solche an die physische Form des Kreuzes glauben und sie verehren, auf alle Weise.

Aber für den Nachfolger der wahren östlichen archaischen Weisheit, für ihn, der im Geiste nichts verehrt ausser der Absoluten Einheit, jenem immer pulsierenden grossen Herzen, welches überall, sowie in jedem Atom schlägt, 11) enthält jedes solche Atom den Keim, aus welchem er einen Baum der Erkenntnis hervorwachsen lassen kann, dessen Früchte Ewiges Leben und nicht bloss physisches Leben geben. Das Kreuz und der Kreis, der Baum oder das Tau -- selbst nachdem jedes sich darauf beziehende Symbol zugewiesen und gelesen ist, eins nach dem ändern -- bleiben für ihn noch immer ein tiefes Geheimnis in Ihrer Vergangenheit, und auf jene Vergangenheit allein richtet er seinen aufmerksamen Blick. Es kümmert ihn wenig, ob es der Same ist, aus dem der genealogische Baum des Daseins, genannt das Weltall, hervorwächst.

Auch ist es nicht die Drei in Eins, der dreifache Aspekt des Samens -- seine Form, Farbe und Substanz -- was ihn interessiert, sondern vielmehr die Kraft, welche sein Wachstum lenkt, die immer geheimnisvolle, als die immer unbekannte. Denn diese Lebenskraft, welche den Samen keimen, aufbrechen und Schösslinge hervortreiben, dann den Stamm und die Äste bilden lässt, welche ihrerseits sich wie die Zweige des Ashvattha, des heiligen Bodhibaumes herabbeugen, ihren Samen auswerfen, Wurzel fassen und andere Bäume hervorbringen -- ist die einzige Kraft, welche für ihn Wirklichkeit hat, als der niemals erlöschende Atem des Lebens.

Der heidnische Philosoph suchte nach der Ursache, der moderne ist schon mit den Wirkungen zufrieden und sucht die erstere in den letzteren. Was darüber hinaus liegt, weiss er nicht, noch kümmert sich der moderne Agnostiker darum; er verwirft damit die einzige Kenntnis, auf die er mit voller Sicherheit seine Wissenschaft aufbauen kann. Aber diese geoffenbarte Kraft hat eine Antwort für den, der sie zu ergründen sucht. Wer im Kreuze den durchkreuzteil Kreis des Heiden Plato sieht, nicht das Gegenbild der Beschneidung, wie es der Christ (St.) Augustinus tat, 12) wird sofort von der Kirche als Heide betrachtet; von der Wissenschaft als Wahnsinniger. Dies deshalb, weil er sich weigert, den Gott der physischen Zeugung anzubeten, und dabei doch gesteht, dass er nichts von der Ursache wissen kann, welche der sogenannte Ersten Ursache zu Grunde liegt, von der Ursachelosen Ursache dieser Lebensursache. Während er die Allgegenwart des schrankenlosen Kreises stillschweigend zugesteht und daraus das universale Postulat macht, auf dem die Gesamtheit des Geoffenbarten Weltalls begründet ist, verharrt der Weise in ehrfurchtsvollem Stillschweigen in Bezug auf das, worüber zu spekulieren kein sterblicher Mensch wagen solltest


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1) Angeführt in Gerald Massey's The Vatural Genesis, I, 437.
2) Bei den Christen ganz unleugbar. Bei den vorchristlichen Symbologen war es, wie gesagt, das Marterbett oder Marterlager während des Initiationsmysteriums, indem das „Kruzifix" horizontal auf den Boden gelegt, und nicht aufgestellt wurde, wie zu der Zeit, da es zum römischen Galgen wurde.
3) Das war es, und es konnte nicht anders sein. Der Kaiser Julian war ein Initiierter und kannte als solcher gut sowohl die metaphysische, als auch die physische „Mysterienbedeutung".
4) a.a.O. ebenda, p.433.
5) Totenbuch, XXXIX Apophis oder Apap ist die Schlange des Bösen, das Symbol der menschlichen Leidenschaften. Die Sonne (Osiris-Horus) besiegt ihn, und Apap wird gestürzt, gebunden, und in Ketten gelegt. Der Gott Aker, der „Herr des Thores des Abgrundes" von Aker, dem Bereich der Sonne, (XV, 39) bindet ihn. Apophis ist der Feind des Ra (Licht), aber: der große Apap ist gefallen" ruft der Verstorbene. „Der Skorpion hat deinen Mund verletzt" sagte er zu dem besiegten Feinde (XXXIX, 7). Der Skorpion ist der „Wurm, der niemals stirbt", der Christen. Apophis ist an das Tau oder Tat, „das Emblem der Beständigkeit" gebunden (siehe die Aufrichtung des Tat in Tatu, XVIII.)
6) Dieselbe Form haben die Krypten in den cishimâlayischen Regionen, wo Initiierte leben, und wo ihre Asrhe auf sieben Mondjahre beigesetzt wird.
7) The Natural Genesis, I. 432.
8) Das Kreuz und der Baum sind wesensgleich und synonym in der Symbolik.
9) LVII. 3.
10) Ebenda, 5.
11) Nach der ersten Auflage übersetzt. (Der Übers.)
12) Sterno CLX.
(Aus: H.P. Blavatsky: Die Geheimlehre, Band II, 619-623, Den Haag)


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